Auch wenn viele Menschen gar nicht genau wissen, was das ist, handelt es sich
dabei um eine besonders schwerwiegende Erkrankung. Sie verläuft extrem chronisch
und schleichend über Jahrzehnte und zerstört in dieser Zeit langsam
die Bronchien und das Lungengewebe.
Deshalb
ist das Emphysem nicht nur eine Atemwegs- sondern zusätzlich eine „echte“
Lungenerkrankung. In den ersten 20 Jahren bemerkt der Betroffene, der fast immer
starker Raucher ist (30, 40, 60, 80… Zigaretten täglich!), praktisch nichts
davon. Danach tritt nahezu unmerklich Belastungsatemnot auf, die ebenso unmerklich
zunimmt. Bis der Kranke so starke Beschwerden verspürt, dass er sich in
ärztliche Behandlung begibt (er weiß ja sowieso, dass der Arzt ihm
zuerst einmal das Rauchen „verbietet“), ist an den Atmungsorganen bereits vieles
kaputt gegangen! Durch sofortiges Einstellen des Rauchens und eine sorgfältige
Behandlung der meistens gleichzeitig bestehenden „Raucherbronchitis“ lässt
sich der Fortgang der Krankheit oft stoppen oder wenigstens „abbremsen“.
Der Patient mit schwerem Lungenemphysem fühlt sich wie „aufgepumpt“.
Bei kleinsten Alltagsbelastungen ist er völlig erschöpft und schnappt
nach Luft. Oft ist es dann notwendig, den fehlenden Sauerstoff über eine
Nasensonde zuzuführen. Der chronische Sauerstoffmangel führt nämlich
langfristig – wie schon bei der chronischen Bronchitis beschrieben - zu einem
Herzversagen: Der Kranke leidet nun zusätzlich noch an einer Herzschwäche.
Dies äussert sich neben Kurzatmigkeit (die der Patient ja ohnehin von der
Atemwegserkrankung hat) vor allem als „Wasser in den Beinen“, medizinisch Ödeme
genannt. Diese Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist dann oft die eigentliche
Todesursache. Diesen Zustand nannte man früher „Asthma cardiale“ oder „Herzasthma“.
Freigegeben
für unsere Homepage von Dr. Michael Prittwitz
aus dem Buch "Luft ist Leben"
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